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Diagnose LWS-Syndrom

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Immer wieder Schmerzen im unteren Rücken und plötzlich die Diagnose LWS-Syndrom? Und jetzt fragst Du Dich, was das ist und was Du dagegen tun kannst? Wir, von der Physiotherapie am  Münchener Karlsplatz stehen Dir zur Seite und klären Dich mit diesem Artikel über alles auf, was Du zum LWS-Syndrom wissen solltest!

Wie in unseren Artikeln Diagnose HWS-Syndrom und Diagnose BWS-Syndrom bereits beschrieben, ist die Bezeichnung Syndrom wieder einmal ein Überbegriff. In diesem Fall handelt es sich dabei um verschiedene Leiden, die im Bereich des unteren Rückens auftreten können. Mit dieser Diagnose bist Du nicht alleine. Laut einer Studie der University of Queensland Australien sind Schmerzen im unteren Rücken weltweit der häufigste Grund für Einschränkungen im alltäglichen Leben der Menschen.1

Damit Du ein besseres Verständnis hinsichtlich der Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten bekommst, müssen wir anatomisch ein wenig ausholen und Dir die Besonderheiten des unteren Rückens erklären.

Die Lendenwirbelsäule und das Becken

Die Lendenwirbelsäule2 besteht aus fünf dicken Wirbelkörpern und endet mit dem Kreuz- und Steißbein. Das Kreuzbein (Sacrum) ist ein Knochen, der ein wenig an ein Dreieck erinnert. Er besteht aus fünf miteinander verschmolzenen Wirbeln. Das Steißbein ist der kleine Fortsatz am Ende des Kreuzbeines.

Gerade in Bezug auf Rückenschmerzen, machte eine genauere Betrachtung des Kreuzbeines Sinn, denn es ist sowohl mit dem Becken als auch mit der Wirbelsäule verbunden. Zwischen dem Kreuzbein und den großen Beckenschaufeln befindet sich sogar jeweils ein Gelenk, das sogenannte Iliosakralgelenk (ISG). In diesem Gelenk finden nur sehr kleine Bewegungen statt, denn es ist sehr stabil mit Bändern verspannt.

Das Iliosakralgelenk (ISG) wird stark beansprucht

Die gesamte Last des Kopfes und Oberkörpers wird über das ISG auf die Hüfte und Beine übertragen. Wenn die Gelenke in ihrer Achse stehen, ist diese Lastübertragung3 ohne Probleme möglich. Eine einseitige Belastung der Wirbelsäule, Verdrehungen, Schiefstände des Beckens oder andere Veränderungen der Achse führen schnell zu einer Fehlbelastung dieses Gelenks und haben damit auch eine direkte Auswirkung auf die Lendenwirbelsäule. Folgen können zum Beispiel auch Bandscheibenvorfälle sein. Deshalb sollte man sich immer die Frage stellen, woher kommen die Schmerzen: aus der Hüftregion oder dem Rücken selbst?4

Zusammengefasst heißt das, dass Schmerzen im unteren Rücken also nicht nur durch zum Beispiel altersbedingte Abnutzung von Wirbelkörpern oder muskuläre Verspannungen entstehen können, sondern durch jegliche Haltungsfehler – angefangen von Fuß- oder Beckenfehlstellungen bis zum Rundrücken oder Überstreckung des Kopfes. Auch ein BWS-Syndrom kann ein LWS-Syndrom verursachen.

Außerdem erwähnenswert ist die wichtige Balance zwischen der Rücken- und Bauchmuskulatur. Diese beiden Muskelstränge fungieren als Gegenspieler, gleichen sich gegenseitig aus und stabilisieren die Wirbelsäule von vorne und hinten. Zuletzt darf man auch die vielen kleinen Nervenstränge nicht vergessen, die ebenso in der Lendenwirbelsäule links und rechts zwischen den Wirbelkörpern austreten.

Symptome und Auslöser eines LWS-Syndroms

Das Hauptsymptom eines LWS-Syndroms ist häufig der andauernde Schmerz im unteren Rücken. Dieser kann begleitet sein von Bewegungseinschränkungen, Muskelverspannungen oder sogar Kribbeln und Taubheitsgefühlen im Rücken oder den Beinen, falls ein Nerv betroffen ist.

Die Auslöser für die Schmerzen sind, wie immer, vielfältig. Meist ist, wie oben schon beschrieben, auf die ein oder andere Weise eine Struktur zu stark belastetet worden. In der Folge können Abnutzungen, ein Bandscheibenvorfall oder einfach eine Überbelastung entstanden sein. Häufige Ursachen sind zum Beispiel Bewegungsmangel (besonders häufig im Home Office der Fall) oder wie bereits erklärt, eine angelernte Fehlhaltung.

Natürlich gibt es auch haltungsunabhängige Ursachen, deshalb sollte der schmerzende Rücken immer von einem Arzt genau untersucht werden.

Therapie eines LWS-Syndroms

Wenn Du bis hier gelesen hast, kannst Du Dir wahrscheinlich schon ein wenig denken, wie wir bei der Praxis für Physiotherapie München PhysMed vorgehen.

Erstmal wollen wir natürlich Deine akuten Schmerzen lindern. Dafür nutzen wir Techniken wie Massage, Triggerpunktbehandlung oder Wärmetherapie. Gleichzeitig analysieren wir Deine Haltung und Bewegung und geben Dir Tipps, wie Du mit Übungen und Achtsamkeit jene Strukturen wieder entlasten kannst, die wahrscheinlich über Jahre zu viel Belastung aushalten mussten.

Dafür nutzen wir auch gezieltes Muskeltraining. Bei der Rückenmuskulatur zeigen wir Dir, wie Du nicht nur die großen Rückenmuskeln trainieren kannst, sondern auch die ganz kleinen, die zwischen den Wirbeln für wichtige Stabilität sorgen. In einer Studie5 über Rückenschmerzen bei Läufern hat sich gezeigt, dass eine kräftige tiefe Rumpfmuskulatur, das Risiko für Rückenschmerzen vermindern kann. Dabei ist eben nicht der Sixpack ausschlaggebend, sondern die kleinen tiefen Haltemuskeln. Außerdem stellen wir sicher, dass Deine Bauchmuskulatur als Gegenspieler der Rückenmuskulatur ebenso gestärkt wird. Vor allem der sogenannte Psoas Muskel6 (M. Iliopsoas) kann dabei eine große Rolle spielen. Das ist ein Muskel, der mehrteilig von der Lendenwirbelsäule in die Darmbeinschaufeln und weiter zur Innenseite des Oberschenkels verläuft.

LWS-Syndrom: 4 Tipps zur Prävention

Zuletzt wollen wir Dir noch ein paar Ratschläge und wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Schmerzen im unteren Rücken mitgeben.

  • Eine Studie zeigt, Yoga hilft!
    Wie Du Dir vielleicht vorstellen kannst, ist regelmäßige Bewegung ganz wichtig, wenn Du den Rückenschmerzen vorbeugen willst. Eine Studie7 hat gezeigt, dass hierfür Yoga besonders vielversprechend ist. Beim Yoga werden nicht nur viele Strukturen Deines Körpers bewegt und gedehnt, sondern auch Muskeln gekräftigt, die im Alltag vielleicht weniger oft zum Einsatz kommen.
  • Bei sitzenden Berufen Pezziball und Pausen
    Wenn Du einen Beruf ausübst, bei dem Du den ganzen Tag nur sitzt, kann ein Pezziball als Schreibtischstuhlersatz präventiv zu einem gesünderen Rücken beitragen. Der Ball ist immer in leichter Bewegung und Deine kleinen tiefen Haltemuskeln müssen ständig arbeiten, um diese Bewegungen auszugleichen. Dabei hast Du den Vorteil, dass Du Deine Sitzposition häufig veränderst. Denn nicht striktes Geradesitzen ist ausschlaggebend, sondern in Bewegung zu bleiben. Zusätzlich solltest Du regelmäßige Pausen einlegen, bei denen Du auch mal stehst oder gehst.
  • Wer raucht hat ein höheres Risiko für chronische Rückenschmerzen8
    Eine schlechte Nachricht für die Raucher. Eine Studie hat gezeigt, dass Rauchen den Übergang von akuten Rückenschmerzen zu einem immer wieder kehrenden (chronischen) Schmerzzustand wahrscheinlicher macht.
  • Auch soziale Faktoren spielen eine Rolle9
    Eine weitere Studie hat gezeigt, dass ein Arbeitsplatz, an dem man sich wohl fühlt, freundliche Kollegen und die psychische Belastung während des Arbeitens auch eine Rolle in der Entwicklung von Rückenschmerzen spielen können.

Wir hoffen, wir konnten Dir mit diesem Artikel schon einige Fragen zum Thema LWS Syndrom beantworten.
Melde Dich gerne bei unseren Physiotherapeuten München, wenn Du weitere Fragen hast oder Dein Rezept in unserer Praxis einlösen möchtest.

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Quellen

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