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Diagnose BWS-Syndrom – Ursprung, Bedeutung und Mobilisation

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Du hast Schmerzen im Brustkorb und ein Rezept vom Arzt, auf dem Thorakal- oder BWS-Syndrom steht? Und jetzt fragst Du Dich: Was ist ein BWS-Syndrom und wo kommt es plötzlich her? Wir möchten Dir gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen. Wenn Du diesen Artikel liest, weißt Du danach, was es mit der Abkürzung BWS-Syndrom auf sich hat und was Dich bei einer Therapie in unserer Physiotherapiepraxis in München erwartet.

Was ist ein BWS-Syndrom?

Was Du vielleicht schon gewusst hast, ist, dass BWS die Abkürzung für die Brustwirbelsäule ist. Was die meisten nicht wissen: Das Wörtchen „Syndrom“ ist hier einfach nur ein Überbegriff für alle möglichen Leiden, durch die Probleme und Schmerzen im Brustkorb verursacht werden. Das heißt, wenn Du noch nicht erfahren hast, warum genau Du Schmerzen hast, solltest Du bei Deinem Arzt noch einmal nachfragen. Doch manchmal ist der Auslöser selbst durch eine ausgiebige Untersuchung nicht auszumachen. Vor allem dann findest Du die Bezeichnung BWS-Syndrom auf Deinem Rezept.

Bevor wir alle möglichen Auslöser für ein BWS-Syndrom beschreiben, wollen wir Dir erst einmal ein wenig über den Brustkorb erzählen.

Brustwirbelsäule und Brustkorb 1: eine spezielle Verbindung

Die Brustwirbelsäule besteht aus 12 Wirbelkörpern. Das Besondere an ihr ist, dass jeder dieser Wirbel an seinen Außenkanten zwei kleine Gelenkflächen besitzt. Hier setzt jeweils eine Rippe an. Die Verbindung zwischen Rippe und Wirbelkörper wird als Rippenkopfgelenk bezeichnet. Zusätzlich besitzt jeder Wirbel zwei seitliche Fortsätze. Auch mit diesen bildet jede Rippe ein weiteres Gelenk. Das heißt, dass zwischen den Rippen und den Wirbeln kleine Bewegungen möglich sind. Vorne sind die Rippen dann am Brustbein durch einen länglichen Knorpel (Sternum) miteinander verbunden. Die ersten fünf Rippen bilden auch mit dem Brustbein wiederum ein Gelenk.

Damit sich der Brustkorb beim Atmen gut ausdehnen kann und die Brustwirbelsäule frei beweglich ist, müssen all diese kleinen Gelenke reibungslos gleiten können. Wenn Du Dir jetzt noch vorstellst, dass die Wirbel zusätzlich mit Bändern stabilisiert werden und zwischen den einzelnen Rippen, sowie am Rücken etliche Muskeln verlaufen, ist es kein Wunder, dass eine kleine Veränderung in diesem Konstrukt, Einschränkungen und Schmerzen auslösen kann.

Auslöser für ein BWS-Syndrom 2

Es gibt zahlreiche Auslöser für ein BWS-Syndrom. Wir wollen Dir hier ein paar aufzählen:

  • Blockaden in der Wirbelsäule
  • Bandscheibenvorfall
  • Gelenksentzündungen
  • Muskelverspannungen
  • Ein gleitender Wirbel
  • Weiteres wie Osteoporose, Tumore, etc …

Welche Symptome hat man bei einem BWS-Syndrom ?

Je nachdem was genau der Auslöser der Beschwerden ist, können die Symptome bei einem BWS-Syndrom sehr unterschiedlich sein. Oft sprechen die Betroffenen von Bewegungseinschränkungen, Schmerzen im Brustkorb oder oberen Rücken, einer flachen Atmung und Schmerzen beim Einatmen. Doch auch weitere Symptome sind möglich: Bestimmte Blockaden in der Brustwirbelsäule können zum Beispiel auch Kribbeln in den Armen auslösen. Und weil der Brustkorb und die Atmung stark vom vegetativen Nervensystem3 beeinflusst werden, sind auch Unruhe, Übelkeit oder ein erhöhter Puls nicht selten.

Ursachen eines BWS-Syndroms und Therapie

Wir haben oben ganz bewusst von Auslösern gesprochen, denn auch diese Auslöser müssen irgendeine Ursache haben. Warum ist ein Wirbel immer wieder verdreht? Woher kommt der Bandscheibenvorfall? Die zugrunde liegende Ursache zu finden, ist der Schlüssel zum Erfolg der Physiotherapie bei BWS-Syndrom. Ganz wichtig dabei: Vom Arzt müssen alle möglichen Ursachen ausgeschlossen worden sein. Das heißt, er hat keinen anderen Grund für das Leiden finden können und geht von einem Haltungsfehler aus. Nun lässt er ganz gezielt die Physiotherapeuten ans Werk.

Nachhaltig die Körperaltung verbessern: Haltungsschulung in der Physiotherapie

Wie so häufig, müssen wir uns dann zunächst genau Deine Haltung und Bewegungen ansehen! Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass durch einen Haltungs- oder Bewegungsfehler irgendeine Struktur in der Brustwirbelsäule über die Jahre eine zu starke Belastung erfahren hat. Die Therapie besteht dann darin, einerseits durch gezielte Techniken die Symptome zu vermindern und gleichzeitig die Haltung zu schulen, sodass diese Symptome nicht wieder auftreten.
Wenn ein BWS-Syndrom über einen längeren Zeitraum besteht oder immer wieder auftaucht, spricht man von einem chronischen BWS-Syndrom. Da der ganze Körper eine Einheit bildet, kann ein BWS-Syndrom durch eine Schonhaltung auch zu einem HWS-Syndrom führen und umgekehrt.

Die Brustwirbelsäule mobilisieren

Als Physiotherapeuten in München haben wir die Erfahrung gemacht, dass die meisten Menschen sich im Alltag zu einseitig bewegen. Daraus resultiert eine oft eher unbewegliche Brustwirbelsäule. Die Brustwirbelsäule kann nach vorne, nach hinten und zu den Seiten gekippt und aufgerichtet werden. Außerdem lässt sie sich wunderbar nach links und nach rechts drehen. Nicht viele Menschen sind sich dieser isolierten Beweglichkeit bewusst. So ist die Brustwirbelsäule häufig zu steif.

Neben der Haltungsschulung versuchen wir deshalb, oft auch wieder mehr Beweglichkeit in diesen Wirbelsäulenabschnitt zu bringen. Zusätzlich stärken wir durch spezielle Übungen die Muskelgruppen, die zu schwach geworden sind oder dehnen jene wieder auf, die sich als Folge des einseitigen Bewegungsradius verkürzt haben. Eine geschickt eingesetzte Atemtherapie kann den Therapieansatz bei einem BWS-Syndrom zusätzlich unterstützen.

Das sind nur einige wenige Einblicke in die zahlreichen Möglichkeiten zur Behandlung eines BWS-Syndroms. Letztendlich müssen wir jeden Menschen individuell befunden, um am Ende eine wirksame Therapie durchführen zu können.

Deshalb gibt’s von uns auch diesmal keine speziellen BWS-Syndrom Übungen – denn ohne einen kompetenten Physiotherapeuten kann eine gut gemeinte Übung die Symptome sogar verschlimmern.

Darum raten wir Dir, baldmöglichst mit einer Therapie in unserer Physiotherapiepraxis in München zu beginnen und freuen uns, wenn Du uns Dein Vertrauen schenkst und Dein Rezept bei uns einlöst.

Bei weiteren Fragen darfst Du Dich gerne jederzeit melden!

Quellen

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